Hintergrund

Seit der letzten Parlamentswahl forcierte die Regierung weitere Schritte des Euro-Atlantischen Weges Montenegros, wozu maßgeblich der Beitritt zur NATO im Jahr 2017 zählte.
Im Jahr 2019 nahmen Teile der Bevölkerung an Straßenprotesten wegen Bestechungsvorwürfen gegen die Regierung sowie gegen ein umstrittenes Kirchengesetz teil. Im Parlament kam es wegen Ersterem zu Ausschreitungen unter Abgeordneten. Im verabschiedeten Gesetz wurde bestimmt, dass de jure das Eigentum an Kirchengebäuden von der serbisch-orthodoxen Kirche in Montenegro auf den montenegrinischen Staat übertragen wird.
Anfang Juli 2020 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das die eingetragene Partnerschaft homosexueller Paare anerkennt. Damit ist Montenegro das erst Nicht-EU-Mitglied Südosteuropas, das dies ermöglicht.
Bereits seit Dezember 2010 ist Montenegro Beitrittskandidat der Europäischen Union und gilt dabei als Staat mit den aussichtsreichsten Chancen auf den Beitritt unter den momentan fünf Bewerbern. Am 30. Juni 2020 wurde das letzte der 33 Verhandlungskapitel eröffnet, drei davon wurden bisher abgeschlossen. Als Beitrittsjahr ist das Jahr 2025 angepeilt.
Im Demokratieindex 2019 belegt Montenegro Platz 84 von 167 Ländern, womit es als ein „Hybridregime“, d. h. als Staat, dessen politisches System sowohl demokratische als auch autoritäre Elemente enthält, gilt. Als Probleme gelten Korruption und die Unterwanderung der Politik durch kriminelle Strukturen.