Ausgangslage

Bei den vorangegangenen Wahlen 2016 wurde die Demokratska Partija Socijalista (DPS), wie in allen Parlamentswahlen seit der Unabhängigkeit Montenegros 2006 auch, stärkste Partei. Auf der eher linken bzw. sozialdemokratischen Seite gab es aufgrund von Abspaltungen und Neugründungen diverse Verschiebungen.

Die Demokratski front (DF) bliebt zwar klar stärkste Oppositionspartei, musste aber leichte Verluste hinnehmen. Das grundsätzliche Ziel der Opposition, die lang andauernde Vorherrschaft der DPS zu brechen, misslang.
Unter Ministerpräsident Duško Marković wurde eine Regierung von DPS und Socijaldemokrate Crne Gore (SD), einer Abspaltung der Sozialdemokraten, sowie den Vertretern der albanischen, bosniakischen und kroatischen Minderheiten gebildet, welche im Parlament mit 42 von 81 Sitzen eine knappe Mehrheit hatte.

Das Land wurde somit weiterhin, wie seit 2006 üblich, unter Regie der DPS als Seniorpartner geleitet. Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Montenegro beschloss die Regierung für den Wahlkampf bestimmte Einschränkungen, bspw. waren jegliche Kundgebungen bis zum 23. Juli komplett verboten. Die OSZE wies daraufhin, dass während dieser Zeit Regierungsvertreter diverse Verkehrsprojekte einweihten. Seit dem 24. Juli waren Wahlkampfaufveranstaltungen wieder erlaubt, jedoch auf maximal 50 Personen limitiert